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Die Ursachen für Verspannungen im Schulter- und
Nackenbereich sind vielfältig. In der Regel ist die Schulter-Nacken-Muskulatur
chronisch überlastet. Diese hat u.a. die Aufgabe, den
Kopf auf der Wirbelsäule zu halten. Sie können sich vorstellen wie
anstrengend das für die Muskeln ist, wenn Sie stundenlang am Computer sitzen
und dabei den Kopf nach vorne geneigt haben! Ihre Muskulatur muss sich - um
ihren Job zu tun - permanent zusammenziehen. Da die Versorgung mit Nährstoffen
aber nur in Entspannungsphasen erfolgt, hungern Sie sie regelrecht aus, wenn Sie
ihr keine Erholung gönnen. Darüber hinaus werden durch die verringerte
Durchblutung Abbauprodukte des Stoffwechsels nicht abtransportiert. Sie häufen
sich im Muskelgewebe an und verursachen Schmerzen.
Psyche und Soma, Seele und Körper, weisen eine enge Bindung auf. Sie ist als
alltägliche Erfahrung beobachtbar, wenn beispielsweise Wut und Ärger, Stress
und Leistungsdruck den Puls erhöhen und den Blutdruck steigen lassen und
gleichzeitig die Atmung flacher und hektischer wird. In der menschlichen Haltung
und Bewegung ist diese Verbindung besonders augenfällig. Die Redewendung "Wie geht es Dir?" kommt nicht von ungefähr, sie betont den engen
Zusammenhang von Befinden und Bewegung. Nehmen Sie sich einmal die Zeit und
beobachten Sie, wie unterschiedlich die Menschen gehen. Erschließen Sie daraus,
wie es diesen Menschen gerade 'geht'.
Die Muskulatur wird durch seelische Prozesse
wesentlich beeinflusst. Schnittstelle ist die
sogenannte Formatio reticularis, eine Art Wachheitszentrale im Hirnstamm. Sie
regelt den Spannungszustand (Tonus) der Muskulatur und passt den Muskeltonus
immer dem momentanen Spannungsbedarf an. Erhält die Wachheitszentrale keine
oder nur geringe sensorische Reize (wie z.B. beim Schlafen), wird der
Spannungszustand auf ein niedrigeres Niveau herabgesetzt - die Muskulatur ist
entspannt.
Wenn die Wachheitszentrale morgens über Sinnesreize aktiviert wird, erhöht
sich unmittelbar darauf das muskuläre Spannungsniveau. Neben Sinnesreizen wird
die Formatio reticularis auch durch Affekte und Stimmungslagen beeinflusst.
Andauernder Stress
und überfordernde Arbeitsbedingungen beispielsweise erhöhen den Muskeltonus.
Verspannungen und Schmerzen sind die Folge.
Der Muskeltonus ist vergleichbar mit der Drehzahl eine PKW-Motors. Um eine
bestimmte Geschwindigkeit zu erreichen, können Sie den Motor mit einer niedrigen
oder hohen Drehzahl fahren. Wenn Sie den Motor aber ständig
übertourig fahren, werden sich bald Verschleißerscheinungen (=muskuläre
Verspannungen) bemerkbar machen.
Muskelverspannungen können aber auch
durch andauernde Drehbewegungen des Kopfes entstehen. Der Grund hierfür
liegt oft darin, dass die Arbeitsfläche nicht tief genug ist und notgedrungen Tastatur und Monitor nebeneinander (statt hintereinander) angebracht werden. Dem
Benutzer bleibt dann keine andere Wahl, als mit verdrehtem Kopf zu
arbeiten.
Auch die psychische Verfassung übt
entscheidenden Einfluss auf die Muskulatur aus.
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