Vorzeitiger Gelenkverschleiß bzw. Arthrose ist eine typische Erkrankung von Büroangestellten. Betroffen sind vor allem die Knie- und Hüftgelenke. Durch Überlastung der Gelenke wird der Knorpel nicht mehr richtig ernährt. Dieser sorgt dafür, dass die Knochenenden reibungslos aufeinander gleiten können. Durch mangelnde Ernährung wird der Knorpel rauh und fasert auf. Die Gelenkinnenhaut wird dann gereizt und entzündet sich. Sie stellt nur noch unzureichend Gelenkschmiere her, die aber dringend als Schutzfilm, Schmiermittel und Stoßdämpfer des Gelenks gebraucht wird. 

Folgende Bedingungen beschleunigen den Gelenkverschleiß:

  • Angeborene skelettale Fehlstellungen wie X- oder O-Beine

  • Übergewicht

  • Unbehandelte Meniskusverletzungen

  • Bewegungsmangel: die Gelenkinnenhaut sondert weniger Gelenkflüssigkeit ab, wenn sie keine Bewegungsreize erhält.

  • Fehl- und Zwangshaltungen:  es bilden sich muskuläre Dysbalancen aus, die eine unphysiologische Gelenkwinkelstellung herbeiführen. Die folgende Seite soll dies verdeutlichen.

Bild: Verlag Kiepenheuer & Witsch

Die Bauweise des  Kniegelenks

 

Grundsätzlich ist jedes Gelenk von mindestens zwei Muskelgruppen umgeben - dem Spieler und dem Gegenspieler. Der Spieler (Agonist) beugt das Gelenk, der Gegenspieler (Antagonist) streckt das Gelenk und führt es in die Ausgangsposition zurück. Spieler und Gegenspieler bilden auf diese Weise eine Funktionseinheit. Das heißt aber auch, dass die Überlastung des einen Muskels ebenso eine Beeinträchtigung des anderen nach sich zieht.

Wenn der Spieler dauerhaft überlastet wird, verkürzt er sich. Gleichzeitig bewirkt dies meist eine Abschwächung des Gegenspielers. Eine sogenannte muskuläre Dysbalance ist die Folge, ein unausgeglichenes Verhältnis zwischen Kraft und Elastizität von Spieler und Gegenspieler. Dieses führt zur  Ausbildung einer unphysiologischen Gelenkwinkelstellung mit einer entsprechenden Bewegungseinschränkung. Es entstehen chronische Fehlhaltungen, die über den Berufsalltag hinaus wirken. Auf Dauer führen sie zu vorzeitigen Verschleißerscheinungen des Gelenkknorpels und des Gewebes. Kleine Einrisse, Entzündungen und Schmerzen sind die Folge. Die nebenstehende Animation verdeutlicht diesen Zusammenhang.

Bild 1: Muskuläre Balance - Die antagonistischen Muskeln A und B halten durch ihr Verkürzungsverhältnis das um den Drehpunkt D drehbare Gelenk im Gleichgewicht.

Bild 2: Muskuläre Dysbalance durch Muskelverkürzung - Der Muskel B hat sich einem spezifischen Reiz mit einer höheren Spannung angepasst. Muskel A ist keiner Spannung ausgesetzt worden, seine Spannung bleibt gleich. Das Verkürzungsverhältnis hat sich geändert, die muskuläre Balance ist gestört. (Quelle: Klee)


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Wie Sie Ihre Gelenke schonen:

  • Vorzeitige Verschleißerscheinungen der Gelenke nehmen ihren Ausgang von Fehl- und Zwangshaltungen. Z.B. wenn die Beine unter dem Schreibtisch nicht genügend Platz haben und man gezwungen ist, die Beine abzuspreizen. Sorgen Sie deshalb für ausreichend Beinfreiheit an Ihrem Arbeitsplatz!

  • Auch wenn Sie's nicht mehr hören können: Bewegen Sie sich! Der schützende Gelenkknorpel braucht die Bewegung für seine Ernährung. Genauso wie die Bandscheiben wird er nicht mit Blut versorgt, sondern durch den Wechsel von Be- und Entlastung. Genau das ist der Fall, wenn Sie aufstehen und sich bewegen!