Burnout ("Ausgebrannt sein") steht namentlich für das Gefühl geistiger, körperlicher und emotionaler Erschöpfung. Es fehlt an Energie - die Arbeit laugt einen regelrecht aus. 

Das Burnout-Syndrom umfasst aber eine ganze Palette weiterer Symptome, wie Gereiztheit, Frustration, Gleichgültigkeit bzw. Interesseverlust und Gefühllosigkeit gegenüber Kollegen. Der Hilfeschrei "Ich kann nicht mehr!" wird meistens unterdrückt. Der Betroffene bleibt allein, zieht sich zurück. Psychosomatische Erkrankungen (nicht selten im Magen-Darm-Trakt) sind die Konsequenz.

Betroffen sind in erster Linie Personen, deren 'Arbeitsgegenstand' Menschen sind; also z.B. Sozialpädagogen, Lehrer oder eben auch Führungskräfte. Daneben tragen aber auch diejenigen ein erhöhtes Burnout-Risiko, die einst mit hohen Erwartungen an ihre Arbeit herangegangen sind, im Laufe der Zeit aber einige Rückschläge verkraften mussten und nun desillusioniert, enttäuscht und frustriert ihren Arbeitsalltag bestreiten.

Dagmar Greitemeyer hat diese Problematik als Gedicht abgebildet.

Burnout von Dagmar Greitemeyer

Ausgebrannt - Feuer.
Ich denke an ein Haus,
das ausgebrannt ist.
Leer bleiben die Räume zurück.

Wer hat das Feuer entfacht?
Wer hat versäumt, es zu löschen?
Hat sich das Feuer, das eigentlich
die Räume des Hauses erwärmen sollte,
gegen das Haus gewandt
und hat es verbrandt?

Burnout ist die Folge von...
Ich bin ausgebrannt, weil...

ich alles gegeben habe für andere
und für mich nichts mehr blieb.
Weil ich alle meine Grenzen
überschritten habe.
Ich habe mich verausgabt,
bin aufgegangen in der Einfühlung
in den anderen.
Es ist eine Gabe,
daß ich das kann,
es hat sich gegen mich gewandt,
ich bin zu weit gegangen,
ich habe übertrieben.

Warum mache ich das?
Denke ich, weniger wäre nicht genug?
Habe ich das Skript: Ich bin, wenn ich gebe?
und "ich darf nicht nehmen?"
Ich darf nicht "nein" sagen.
Was hindert mich, für mich gut zu sorgen?
Bin ich ein hilfoser Helfer?

Die Arbeit ist wie ein Ungeheuer,
das alles ergreift und auffrißt.

Ich bin das Ungeheuer.
Ich verbrauche, verbrenne alle Energie.
Ich habe keine Tankstellen,
um neue Energie zu bekommen.

Pausen gönne ich mir im Schlafen,
aber wenn die Schlaflosigkeit mich erfaßt,
ist auch das vorbei.
Dann verfolgt mich die Arbeit auch nachts.
Obsessive Gedanken haben Besitz ergriffen von mir!

Ich muß umkehren,
Ich muß das in die Hand nehmen.
Ich muß meine Zeit anders strukturieren.
Ich muß mehr haushalten mit meinen Kräften.


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Wenn die Flamme erlischt....Wer unter Burnout leidet, fühlt sich kraft- und energielos.